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Krieg und Propaganda 14/18 (Ausstellungskatalog), Extraausgabee --! (Begleitheft)

Krieg und Propaganda 14/18 (Ausstellungskatalog), Extraausgabee –! (Begleitheft)

Auch im Urlaub lässt mich meine Leidenschaft für „Alles rund um Medien“ nicht los – diesmal verschlug es mich während eines Hamburg-Aufenthalts in die Ausstellung „Krieg und Propaganda 14/18“ im Museum für Kunst und Gewerbe. Und wie es der Zufall so will, vier Wochen später in die thematisch passende „Extrausgabee – ! Die Medien und der Krieg 1914-1918“ des österreichischen Bundeskanzleramts in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Staatsarchiv in Wien.

Krieg und Propaganda 14/18“

Thematisch ähnlich – und doch sind die Kuratoren sehr unterschiedlich an das Thema Medien im Krieg herangegangen:

Propaganda wird in Hamburg von allen Seiten beleuchtet – über alle Mediengrenzen hinweg und auch über alle Grenzen zwischen den Kriegsparteien. „Multimedial“ ist das treffendste Wort für diese Ausstellung: An frei im Raum hängenden Projektionsflächen werden Propagandafilme aller Kriegsparteien über (angebliche) Erfolge der eigenen Streitkräfte ebenso wie die Herabsetzung der Kriegsgegner gezeigt.

Aber auch die Alltäglichkeit der Propaganda wird beeindruckend gezeigt: ob in „patriotischen“ Musikinstrumenten, Rotkreuz-Aufrufen oder Gebetbüchern. Das Museum hat auch Exponate von Hamburger Bürgern in einem eigenen Abschnitt ausgestellt.

Besonders beeindruckend fand ich Tagebuchausschnitte von Soldaten, die häufig ihre Erlebnisse im Sinne der Propaganda wiedergaben und als „Hörbuch“ vorgetragen wurden. Aber auch die Performance des SchauSpielHauses Hamburg mit originalen Texten als „Four Minute Men“, einer Vereinigung in den USA, die Propagandareden hielt, zieht in ihren Bann.

Ich bin sehr nachdenklich aus der Ausstellung gegangen – gerade die Frage nach unserem heutigen Umgang mit Krieg und Medien wird durch diesen Erfahrungsschatz des 1. Weltkrieges noch mal ganz anders aufgeworfen.

Der umfangreiche Ausstellungskatalog ist inzwischen studiert: ebenfalls eine absolute Empfehlung an alle, die das Thema interessiert.

Krieg und Propaganda 14/18
hrsg. von Sabine Schulze, Leonie Beiersdorf, Dennis Conrad
Hirmer Verlag, München 2014
224 S., 180 Abb. (überw. in Farbe),
Preis in der Ausstellung: 25,00 Euro
Preis im Buchhandel: 34,90 Euro

Extraausgabee – ! Die Medien und der Krieg 1914-1918“

Vier Wochen später war ich in Wien – und hatte dank Twitter recht früh einen Programmpunkt ganz ähnlicher Natur aufgenommen.

Die Wiener Ausstellung läuft nach dem Motto „Klein, aber fein!“ – und sie überzeugt: Anhand des österreichisch-ungarischen Kriegspressequartiers wird Propaganda in allen Medien beleuchtet: so gibt es ein Feldkino mit originalen Propagandafilmen, Zeitungsseiten aus der Zeit mit weißen Löchern, Beispiele für den Einsatz der Literatur und Musik zum Zwecke der Kriegswilligkeit und einen nachgestellten Schützengraben.

Die Medien vermittelten damals in bis dahin unbekanntem Maße den Krieg – neue Präsentationsformen wie Kino und Foto wurden erstmals in großen Stil eingesetzt.

Abschließend wird hier ganz bewusst der Bezug zum Heute gezogen: durch künstlerische Auseinandersetzung – das, was mir in Hamburg fehlte.

Ein kleines, lohnenswertes Begleitheft zur Ausstellung findet sich hier.

Fazit

Für mich ergänzen sich die beiden Ausstellungen bestens – in Hamburg der große Überblick über alle Kriegsparteien, in Wien die Fokussierung auf die Medien in Österreich-Ungarn

Wer jetzt selbst hin will:

Krieg und Propaganda 14/18“ noch bis 2. November 2014

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz / direkt am Hauptbahnhof
20099 Hamburg

Öffnungszeiten

Di-So, 10-18 Uhr
Do, 10-21 Uhr

Eintritt

10 Euro, ermäßigt 7 Euro, unter 18 Jahren frei,
Donnerstag ab 17 Uhr 7 Euro

Extraausgabee – ! Die Medien und der Krieg 1914-1918“ noch bis 31. Oktober 2014

Palais Porcia

Ausstellungszentrum Österreichisches Staatsarchiv

Herrengasse 23

1010 Wien

Öffnungszeiten

Mo-Fr, 9-18 Uhr
Sonntag, 26. Oktober 2014, 12-18 Uhr

Eintritt

frei
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