Schlagwörter

, , , , ,

„Es war einmal die Lernlust“, überschreibt Bob Blume seine Blogparade und fragt, wie in der eigenen Schulzeit gutes Lernen in Erinnerung geblieben ist. Ich gehe noch ein bisschen weiter und blicke auch auf die Studienzeit.

Jetzt ist meine Schulzeit noch nicht so lange her, die Erinnerungen relativ frisch: Neugierig, ja wissbegierig war ich schon immer – und ich bin in den meisten Fällen in der Schule bestärkt worden. Aber normaler Schulunterricht stillte diesen Hunger nur teilweise: Ich habe schon früh angefangen, mir viel Wissen auch außerhalb des starren Stundenplans anzueignen.

Willkommen waren da zahlreiche AGs an meinem Gymnasium: Besonders die sozialwissenschaftlich-journalistischen Projekte von Klasse 6-13 haben mich bleibend geprägt – hier konnte ich Neigungen entdecken bzw. ausprägen. Unter anderem deshalb studiere ich heute Medienwissenschaft und Sozialwissenschaft. Aber auch mein sonstiges Engagement hatte immer etwas mit Wissensdurst zu tun: DELF-AG (zum Erlangen eines Sprachzertifikats für Französisch), Erste Hilfe-Ausbildung, Eine-Welt-AG oder Jugendparlament: Ich wollte wissen, verstehen, mir eine Meinung bilden können.

Und jetzt im Studium? – Nicht viel anders: Ich liebe meine Fächer, brenne für die Themen und doch bin ich ständig auf der Suche nach mehr Wissen, anderem Wissen, nicht rein akademisch-theoretischem, sondern praktischem Wissen. Wo tobe ich mich jetzt aus? An der Universität im Optionalbereich mit seinen vielfältigen und berufspraktischen Möglichkeiten. Außerhalb der Universität suche ich ebenso nach Fort- und Weiterbildungsangeboten: Praktika, Ehrenamt, VHS-Kurse – Wenn mich etwas interessiert, dann findet sich schon ein Weg, an das Wissen zu kommen. Mehr dazu findet sich in meiner Serie „Fortbildung im Studium“.

Außerdem bin ich ein Bücherwurm: sicherlich gestützt dadurch, dass wir zu Hause zwar zahlreiche Bücher hatten, aber lange kein Internet. Ich lernte „analog“: Errungenschaften waren erst ein alter Windows 95-Rechner und damit Lerndisketten und -CD-ROMs, später mein eigener Windows XP-PC. Erst als ich knapp 17 Jahre alt war, zog das Internet auch bei uns ein (ein Digital Native bin ich also wohl eher nicht – eher Digital Immigrant seit fünf Jahren): Jetzt standen mir noch mehr Wissensquellen zur Verfügung als „nur“ in der Haus- oder Stadtbibliothek, auf CD-ROMs und in Wissenssendungen im Fernsehen oder Radio. Überfordert fühlte ich mich durch diesen neuen Berg jedoch nie.

Schule hat mir meine Lernlust nicht kaputt gemacht – sie hat sie einfach friedlich co-existieren lassen, ab und an gefüttert durch Binnendifferenzierung, manchmal „angefixt“ tiefer zu gehen. Sie hat mir indirekt gezeigt, wo und wie ich Wege finde, mich austoben zu können – Hier stimmt der alte (falsch zitierte) Spruch: „Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben“. Danke an alle Lehrer, die neben dem Unterricht auch noch Zeit für AGs und Schulprojekte hatten!

Advertisements