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Ich und meine Leidenschaft für Medien – Los lässt mich die nie. Deshalb habe ich auf einem Tagesausflug nach Frankfurt nicht nur das Museum für Kommunikation besucht (wie bereits berichtet), sondern auch das Deutsche Filmmuseum nebenan.

Filmisches Sehen

Werbeplakat für den Cinématographe Lumière

Werbeplakat für den Cinématographe Lumière

Die Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums ist zweigeteilt: Im ersten Obergeschoss liegt der Schwerpunkt in der Mediengeschichte visueller Geräte, besonders deren Vielfalt und Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert. Pfiffig sind die Ausstellungsvitrinen, die an Filmrollen erinnern.

Unter dem Begriff „Schaulust“ fassen die Kuratoren Guckkästen, Kaleidoskope, Anamorphosen und Panoramen: Hier kann mit Modellen nach Herzenslust ausprobiert werden, wie diese Apparate mit der Wahrnehmung spielen.
Weiter geht es mit optischen Apparaturen, z. B. Lebensrad, Wundertrommel oder Mutoskop. Hier erlebt man, wie aus einzelnen Standbildern die Illusion einer Bewegung entsteht.

Um die Camera Obscura und die Fotografie geht es im Abschnitt „Aufnahme“, der Bereich „Projektion“ hat als Schwerpunkt die Laterna Magica. Anhand eines Modells kann man die magische Laterne selbst ausprobieren.

Spaß gemacht hat mir besonders das Funktionsmodell des Lumièreschen Cinématographen im Unterbereich „Laufbild“: Einfach an der Kurbel drehen und Bilder bewegen!

Zum Abschluss des ersten Teils der Dauerausstellung kann in einem kleinen „Kino“ eine Auswahl früher Kinofilme zwischen 1895 bis 1911. Klassiker sind hier ebenso zu sehen wie Raritäten – Für mich als Medienwissenschaftlerin durchaus ein Highlight der Ausstellung.

Filmisches Erzählen

Im zweiten Teil der Dauerausstellung dreht sich alles um Bild, Ton, Montage und Schauspiel: Wie erzielt ein Film seine Wirkung?

Willkommen heißt einen eine viergeteilte Leinwand („Filmraum“): Hier werden Ausschnitte zahlreicher Filme in einer neuen Komposition von Bild, Ton, Montage und Schauspiel gezeigt und verdeutlichen so diese zentralen Gestaltungselemente. Für mich eine tolle Idee – da hatte man fast schon Lust, selbst aktiv zu werden!

Die Figuren sind ein wichtiger Bestandteil eines Films: Ob dies nun Schauspieler oder Animationsfiguren sind. In diesem Bereich finden sich auch der Helm von „Darth Vader“ oder der Alien aus dem gleichnamigen Film.

Blechtrommel aus dem Film "Die Blechtrommel"

Blechtrommel aus dem Film „Die Blechtrommel“

Im Bereich „Ton“ geht es um die unbewusst wichtigste Sache im Film: Er kann interpretieren, verstärken, konterkarieren oder untermalen. Welche Wirkungen er in Verbindung mit ausgewählten Filmszenen hat, kann man an einem interaktiven Mischpult ausprobieren. Wer immer schon einmal die „Blechtrommel“ aus dem gleichnamigen Film betrachten wollte, wird hier ebenfalls fündig.

Was wäre ein Film ohne Bild? – Eben, kein Film. Deshalb widmet sich der gleichnamige Teilbereich dem Zusammenspiel von Licht, Farbe, Kameraführung, Szenenbild und Trickeffekten. So kann man hier z. B. in einem nachgestellten Studio die Lichteffekte verschiedener Filme ausprobieren: Wie unterscheidet sich die Beleuchtung in einem Film mit Marilyn Monroe von der in einem Film mit Arnold Schwarzenegger? – Die Ergebnisse sorgen doch für einiges Gelächter oder alternativ für gruselige Momente.

Im letzten Unterabschnitt wird die „Montage“ betrachtet: Sie strukturiert Raum und Zeit innerhalb des Narrativs. Hier haben wir an interaktiven Stationen uns selbst als Cutter von ungeschnittenem Rohmaterial versucht und mit der Reihenfolge von Filmausschnitten experimentiert.

Fazit

Mir hat die Ausstellung viel Spaß gemacht: Für mich als Medienwissenschaftlerin ein interessanter Blick auf Film. Nicht vom Buch in den Kopf, sondern direktes Ausprobieren und echte Gerätschaften zu betrachten, hat mir die Filmwelt doch ein Stück näher gebracht.

Ich war über weite Stücke soweit gefesselt, dass ich fast ganz vergessen habe, Fotos zu machen 😉

Deutsches Filmmuseum

Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten

Mo geschlossen
Di 10 – 18 Uhr
Mi 10 – 20 Uhr
Do – So 10 – 18 Uhr

Eintritt

Dauerausstellung
6,00€
ermäßigt: 3,00€
Kinder unter 6 Jahren: freier Eintritt

Kombiticket (Sonderausstellung und Dauerausstellung):
10,00€ / 7,00€

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