Museum für Kommunikation Frankfurt – Erlebnis Mediengeschichte

Logo Museum für Kommunikation FrankfurtAls Medienwissenschaftlerin lässt mich meine Leidenschaft für „Alles rund um Medien“ selten los: So auch bei einem Tagesausflug nach Frankfurt, den ich ganz dieser Leidenschaft widmete.
So stattete ich dem Museum für Kommunikation in Frankfurt der „Museumsstiftung Post und Telekommunikation“ einen Besuch ab – und war sowohl von der Dauerausstellung als auch den beiden aktuellen Sonderausstellung „Netze des Krieges“ und „In 80 Dingen um die Welt“ begeistert.

Mediengeschichte der Kommunikation

Die Dauerausstellung hat ihren Schwerpunkt auf der Geschichte der Kommunikation. Herrlich für mich als Medienwissenschaftlerin all diese Gerätschaften mal live und in Farbe sehen zu können – nicht nur vom Buch in den Kopf. Ob preußischer Lichttelegraf, Hughes-Telegraf, unterschiedliche Radiogeräte seit den Anfängen oder Fernseher – alle bekannten, aber auch die weniger bekannten technikgeschichtlichen Schritte waren zu sehen.

Kuba Komet 1223 SL

Kuba Komet 1223 SL, Kuba-Imperial, Wolfenbüttel, 1960/61

Mir macht sowas jedenfalls viel Spaß: Ich kenne diese Geräte entweder gar nicht oder nur aus der Literatur. Umso wichtiger, dass diese entscheidenden technischen Schritte hier auch für die junge Generation erlebbar werden.

In vielen Bereichen ist die Dauerausstellung jedenfalls wirklich „Ausstellung“ mit vereinzelten interaktiven Elementen – Ich habe diese jedenfalls nicht vermisst, könnte mir aber vorstellen, dass andere dieses weitgehende „Vitrinenbetrachten“ doch eher als anstrengend empfinden.

Netze des Krieges

Hughes-Telegraf

Hughes-Telegraf, Siemens & Halske, nach 1858

Kommunikation im Ersten Weltkrieg – als erster Medienkrieg ein entscheidendes Merkmal. Deshalb beleuchtet die kleinere der beiden Sonderausstellungen in einem kurzen Abriss die Neuerungen in der Militärkommunikation bzw. der Kommunikation mit der Heimatfront. Von Telefon, Heliograf, Telegraph, Kino und Liebesgaben bzw. Feldpost bis zu Meldetauben und -hunden werden hier Kommunikationswege aufgezeigt.

Für einen ersten Einstieg sehr gut, wurde mir hier zu viel einfach nur angerissen. Da habe ich doch aus der deutlich größeren Ausstellung „Krieg und Propaganda 14/18“ in Hamburg oder aber auch der ähnlich kleinen, aber sehr fokussierten Ausstellung „Extraausgabe –!“ in Wien mehr Input erhalten.

In 80 Dingen um die Welt

Die größere Sonderausstellung „In 80 Dingen um die Welt“ erzählt anhand der Jules Vernes’schen Geschichte die Expansion der Kommunikationsmittel Telegraf und Post am Ende des 19. Jahrhunderts.

Sehr anschaulich nimmt sie die Besucher mit in vergangene Zeiten und andere Länder – der Interaktionsgrad ist durch einen „Reisepass“ gesichert: Diesen kann man an den verschiedenen Stationen abstempeln lassen.

Fazit

Mir hat der Vormittag mit einem Ausflug in die Mediengeschichte sehr viel Spaß gemacht – Neues entdecken und in Erinnerungen schwelgen war hier beides möglich. Wer immer sich für Post- und Kommunikationsgeschichte interessiert ist hier richtig. Ich empfehle das Museum für Kommunikation Frankfurt auf jeden Fall gerne weiter!

Museum für Kommunikation Frankfurt

Schaumainkai 53 (Museumsufer)
60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 9–18 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11–19 Uhr

Eintritt

Eintritt ab 6 Jahre: 1,50 Euro
Eintritt ab 16 Jahre: 3 Euro

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Kurzmitteilung

Erster Social-Media-Stammtisch #SoMeRuhr im Unperfekthaus Essen

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Die Social-Media-Szene im Ruhrgebiet ist sehr lebendig und so finden sich immer wieder neue Angebote: Am vergangenen Montag luden Burkhard Asmuth (Contunda) und Daniela Sprung (bloggerabc) zum ersten Social-Media-Stammtisch von “Hashtag SoMe – Das Social Media Netzwerk” in das Unperfekthaus Essen. Das neue Format soll der Weiterbildung, dem Erfahrungsaustausch und dem Netzwerken dienen.

Es war ein äußerst gelungener Auftakt mit knapp 40 Gästen – Stefan Schulze vom Stadtportal Essen berichtete anschaulich über Social-Media-Arbeit für Städte mit all ihren kleinen und großen Wehwehchen.

Wie üblich, wurde während dieser Social-Media-Veranstaltung wieder eifrig getwittert (wir haben immerhin getrendet 😉 ) – deshalb hier einige ausgewählte Tweets:

Geplant ist, den Stammtisch zukünftig alle zwei Monate abzuhalten – wenn es mein aktueller Uniabschlussstress zulässt, bin ich gerne wieder dabei. Danke an Daniela und Burkhard für die sehr gute Organisation!

Workshop der DGSMTech: Bevölkerungsschutz und Social Media – Möglichkeiten und Herausforderungen

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Foto: Mike Springob

Foto: Mike Springob

Am vergangenen Montag (30. März 2015) lud die „Deutsche Gesellschaft für Social Media und Technologie im Bevölkerungsschutz“ (DGSMTech) zu einem organisationsübergreifenden Workshop in die Bergische Universität Wuppertal ein.

Über einen Bekannten auf das Angebot hingewiesen, machte ich mich als Mitglied des Teams Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Kreisverband Witten auf den Weg nach Wuppertal. Schließlich bieten sich (noch) nicht viele Angebote zum Thema Social Media und Technologie im Bevölkerungsschutz. Außerdem war ich gespannt auf den Austausch über Organisationsgrenzen hinweg: Nach meinen positiven Erfahrungen beim Non-Profit-Camp galt es hier wieder eine solche Gelegenheit zu nutzen.

Social Media und Bevölkerungsschutz – ein spannendes, aber nicht einfaches Thema

Der Workshop des erst im November 2014 gegründeten Vereins DGSMTech fand in den Räumen des Lehrstuhles „Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit“ der Bergischen Universität Wuppertal statt. Nach kurzen Begrüßungsworten durch Prof. Dr.-Ing. Frank Fiedrich als Lehrstuhlinhaber und die Präsidentin der DGSMTech, Julia Zisgen, ging es an die inhaltliche Arbeit: Alle ca. 18 Anwesenden konnten „Session“-Vorschläge machen, über die anschließend abgestimmt wurde.

Ich selbst schlug eine Session zum Thema „Social Media Guidelines“ vor, die auf großes Interesse stieß: eine dreiviertel Stunde wurde eifrig über Für und Wider diskutiert, Sachstände verglichen und Anregungen sowie Erfahrungen ausgetauscht.

Im Anschluss ging es mit spannenden Themen weiter: von Risiko- und Krisenkommunikation bei Veranstaltungen im Freien bis hin zur Twitternutzung von Polizei und Feuerwehr bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt a. M. Auch die Frage, wie bzw. ob überhaupt wir Social Media in Stabsübungen einbinden und wie wir Social Media monitoren können, beschäftigten uns in kurzen Vorträgen und angeregten Diskussionen.

Besonderes Highlight der Veranstaltung war sicherlich die Session zu Flugdrohnen im Bevölkerungsschutz, bei dem uns Stefan Martini zwei dieser Flugobjekte vorführte – und auch auf die rechtlichen, dem Einsatz im Bevölkerungsschutz eher kritisch gesonnenen, Rahmenbedingungen aufmerksam machte.

Flugdrohne

Flugdrohne

Es bleibt festzustellen: Fragen rund um Social Media und Technologie im Bevölkerungsschutz sind aktuelle, deren Antworten derzeit aber noch mit einigen Fragezeichen versehen sind. Wir müssen schauen, was da kommt, ohne nur Beobachter sein zu wollen – Vielmehr müssen wir uns den neuen Möglichkeiten stellen, um up-to-date bleiben zu können.

Fazit eines spannenden #dgsmtech-Tages

Ich freue mich auf die Wiederholung eines solchen Workshops – schließlich brennt das Thema ja irgendwo allen zumindest etwas auf den Nägeln! Ich würde mich allerdings über eine größere Organisationsvielfalt freuen: diesmal waren neben alleine acht Rotkreuzlern einige wenige Feuerwehrvertreter, zahlreiche Vertreter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bzw. dessen Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) sowie eine Vertreterin der Bundespolizei vertreten. Mir fehlten da doch noch so einige: wie das Technische Hilfswerk (THW), aber auch die Johanniter-Unfallhilfe, der Malteser Hilfsdienst oder der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Die wissenschaftliche Seite des Themas war durch zwei Mitarbeiter des Fachbereiches an der Bergischen Universität Wuppertal sowie Prof. Dr.-Ing. Fiedrich gut vertreten.

Aber da die DGSMTech noch in den Kinderschuhen steckt, bin ich sicher, dass das beim nächsten Mal kein Problem mehr ist. Ich komme gerne wieder!

Fortbildung im Studium (7) – Grundlagen der Webprogrammierung mit Martina Rüter im Optionalbereich der Ruhr-Universität Bochum

„Fortbildung fängt nicht erst nach dem Studium an!“ Das ist zumindest meine Einstellung zum Lernen für die berufliche Praxis. Deshalb suche ich mir immer wieder bewusst Angebote außerhalb des universitären Rahmens und bereite mich somit auf das Berufsleben vor.

Doch auch die Ruhr-Universität Bochum (RUB) bietet im Rahmen ihres sogenannten Optionalbereichs zahlreiche Möglichkeiten zur Erweiterung beruflicher Kenntnisse.

So schön das Studium auch ist, aber für die praktischen Erfahrungen sind wir Studenten selbst verantwortlich. Damit nicht jeder wieder bei Null zu suchen beginnt, stelle ich hier einige von mir absolvierte Fortbildungen und meine Erfahrungen damit in loser Reihenfolge vor.

Optionalbereich der RUB: Grundlagen der Webprogrammierung

Im 7. Teil meiner Serie geht es um das Seminar „Grundlagen der Webprogrammierung“. Hier vermittelt die eTrainerin und Dozentin Martina Rüter Einsteigerwissen rund um HTML und CSS, aber auch Javascript, jQuery und Bootstraps.

Aber was wäre Webprogrammierung ohne Praxis? – Deshalb wird genau diese gesammelt: Auf der Lernplattform Moodle gibt es Wochenaufgaben, in denen man das gelernte umsetzen kann – oder sich durch Literaturhinweise und Linklisten graben kann, um tiefer in die vielfältigen Möglichkeiten der Webprogrammierung einzusteigen. Wöchentliches Feedback auf die eingereichten Aufgaben motiviert und zeigt Fehler (die im unübersichtilichen Codetext gern passieren) schnell auf.

Da aber heute in der Praxis (fast) nichts mehr ohne Content Management Systeme (CMS) funktioniert, blendet Martina Rüter diese nicht aus und führt kurz in die Benutzung sowie die Installation der Systeme WordPress sowie Joomla auf eigenen Servern ein.

Der Kurs empfiehlt sich allen Studierenden, die Grundlagen der Webprogrammierung kennenlernen möchten – sei es um eine eigene Webseite / einen eigenen Blog zu erstellen, Änderungen an bestehenden Seiten vorzunehmen oder die eigene Scheu vor den wenigen Codeschnipseln in CMS zu verlieren.

Der Kurs schließt mit einer benoteten Projektarbeit: der eigenen Erstellung einer Webseite (auch in Partnerarbeit) zu einem selbst gewählten Thema, mit eigener Konzeptionierung und „Programmierung“.

Ein Hörspiel auf der Bühne? – Paul Temple und der Fall Gregory

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Plakat im Saalbau in Witten

Plakat im Saalbau in Witten

Funktioniert das, ein Hörspiel auf der Theaterbühne? – Diese Frage stellte ich mir schon als ich die Karten für „Bastian Pastewka und Komplizen in: Paul Temple und der Fall Gregory“ in Händen hielt. Hier war ich nicht nur als eingefleischter Paul-Temple-Fan gespannt, sondern auch als Medienwissenschaftlerin etwas kritisch. Wie schafft man es, ein Hörspiel so umzusetzen, dass es auf der Bühne wirkt? Ist es dann mehr HörSPIEL als HÖRspiel? Verliert es dabei nicht seinen ureigensten Charakter?

Hintergrund zu „Paul Temple und der Fall Gregory“

Der von Bastian Pastewka und Komplizen gespielte Fall Gregory ist der sagenumwobenste aus der Paul-Temple-Reihe des NWDR bzw. WDR: 1949 als erster deutscher Paul-Temple-Fall ausgestrahlt, ist er danach in den Archiven verschollen. Auch das Original der BBC traf das gleiche Schicksal, wenn auch bereits 1946.

Nachdem vor einiger Zeit Fragmente des Skriptes von 1949 wieder aufgetaucht sind, versuchten sich Pastewka und Konsorten daran: gar nicht so einfach, ein sechsstündiges Hörspiel auf gute zwei Stunden herunterzubrechen – und wie löst man die Lücken im erhaltenen Skript? Dankenswerterweise pflegte immerhin der norwegische Rundfunk ein ordentliches Archiv, sodass man mithilfe dessen Version die Handlungslücken rekonstruieren konnte.

Hörspiel-Umsetzung auf der Bühne

Und wie hat es jetzt funktioniert, das Hörspiel auf der Bühne? Ich muss feststellen: Bastian Pastewka und Co. schaffen es hervorragend mit nur fünf Sprechern ein vielfaches an Personal zu besetzen. Nebenbei machen sie alle auch noch den Tonmeister: vom Kauzgeschrei bis zum Türgeräusch wird alles live erzeugt. Die Bühne wird also quasi zum Hörspielstudio, in das alle Zuschauer Einblick erhalten.

Das Flair der erhaltenen elf deutschen Paul-Temple-Hörspiele erhält das Stück durch die Einspieler der Musik von Hans Jönsson mit dem Kölner Tanzorchester. Außerdem läuft im Hintergrund eine Foto-Projektion mit Bildern aus den deutschen Verfilmungen der Durbridge-Werke, von René Deltgen (dem „originalen“ Paul Temple) und natürlich auch von Francis Durbridge selbst. Diese lenkt jedoch nie vom eigentlichen Fall ab.

Ab und an nehmen sich die Schauspieler aus der Geschichte heraus – kritisieren die „konservativen“ Ansichten bzw. das ebensolche Verhalten Paul Temples, hinterfragen die Handlung oder Bastian Pastewka spielt den Erklärbär mit zahlreichen historischen Hintergründen zu der Hörspielreihe.

Der Charakter eines Hörspiels wird dabei dezent um einige darstellerische Aspekte ergänzt – ohne, dass der Hörgenuss gestört würde. Im Gegenteil: Man merkt, wozu das Kopfkino mithilfe des Hörens so fähig ist.

Fazit

Eine gelungene Gratwanderung zwischen HÖRspiel und HörSPIEL! Empfehlenswert für alle Hörspielfans, Paul-Temple-Anhänger oder begeisterten Francis-Durbridge-Konsumenten.

Wer mal reinhören will, für den gibt’s den Trailer.

In der Schule fürs Leben gelernt: Wege, meinen Wissenshunger zu stillen

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„Es war einmal die Lernlust“, überschreibt Bob Blume seine Blogparade und fragt, wie in der eigenen Schulzeit gutes Lernen in Erinnerung geblieben ist. Ich gehe noch ein bisschen weiter und blicke auch auf die Studienzeit.

Jetzt ist meine Schulzeit noch nicht so lange her, die Erinnerungen relativ frisch: Neugierig, ja wissbegierig war ich schon immer – und ich bin in den meisten Fällen in der Schule bestärkt worden. Aber normaler Schulunterricht stillte diesen Hunger nur teilweise: Ich habe schon früh angefangen, mir viel Wissen auch außerhalb des starren Stundenplans anzueignen.

Willkommen waren da zahlreiche AGs an meinem Gymnasium: Besonders die sozialwissenschaftlich-journalistischen Projekte von Klasse 6-13 haben mich bleibend geprägt – hier konnte ich Neigungen entdecken bzw. ausprägen. Unter anderem deshalb studiere ich heute Medienwissenschaft und Sozialwissenschaft. Aber auch mein sonstiges Engagement hatte immer etwas mit Wissensdurst zu tun: DELF-AG (zum Erlangen eines Sprachzertifikats für Französisch), Erste Hilfe-Ausbildung, Eine-Welt-AG oder Jugendparlament: Ich wollte wissen, verstehen, mir eine Meinung bilden können.

Und jetzt im Studium? – Nicht viel anders: Ich liebe meine Fächer, brenne für die Themen und doch bin ich ständig auf der Suche nach mehr Wissen, anderem Wissen, nicht rein akademisch-theoretischem, sondern praktischem Wissen. Wo tobe ich mich jetzt aus? An der Universität im Optionalbereich mit seinen vielfältigen und berufspraktischen Möglichkeiten. Außerhalb der Universität suche ich ebenso nach Fort- und Weiterbildungsangeboten: Praktika, Ehrenamt, VHS-Kurse – Wenn mich etwas interessiert, dann findet sich schon ein Weg, an das Wissen zu kommen. Mehr dazu findet sich in meiner Serie „Fortbildung im Studium“.

Außerdem bin ich ein Bücherwurm: sicherlich gestützt dadurch, dass wir zu Hause zwar zahlreiche Bücher hatten, aber lange kein Internet. Ich lernte „analog“: Errungenschaften waren erst ein alter Windows 95-Rechner und damit Lerndisketten und -CD-ROMs, später mein eigener Windows XP-PC. Erst als ich knapp 17 Jahre alt war, zog das Internet auch bei uns ein (ein Digital Native bin ich also wohl eher nicht – eher Digital Immigrant seit fünf Jahren): Jetzt standen mir noch mehr Wissensquellen zur Verfügung als „nur“ in der Haus- oder Stadtbibliothek, auf CD-ROMs und in Wissenssendungen im Fernsehen oder Radio. Überfordert fühlte ich mich durch diesen neuen Berg jedoch nie.

Schule hat mir meine Lernlust nicht kaputt gemacht – sie hat sie einfach friedlich co-existieren lassen, ab und an gefüttert durch Binnendifferenzierung, manchmal „angefixt“ tiefer zu gehen. Sie hat mir indirekt gezeigt, wo und wie ich Wege finde, mich austoben zu können – Hier stimmt der alte (falsch zitierte) Spruch: „Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben“. Danke an alle Lehrer, die neben dem Unterricht auch noch Zeit für AGs und Schulprojekte hatten!

Fortbildung im Studium (6) – PR und Öffentlichkeitsarbeit mit Christoph Wanko beim Career Service der Ruhr-Universität Bochum

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„Fortbildung fängt nicht erst nach dem Studium an!“ Das ist zumindest meine Einstellung zum Lernen für die berufliche Praxis. Deshalb suche ich mir immer wieder bewusst Angebote außerhalb des universitären Rahmens und bereite mich somit auf das Berufsleben vor.

Doch auch der Career Service der Ruhr-Universität Bochum (RUB) bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Erweiterung von beruflichen Kenntnissen.

So schön das Studium auch ist, aber für die praktischen Erfahrungen sind wir Studenten selbst verantwortlich. Damit nicht jeder wieder bei Null zu suchen beginnt, stelle ich hier einige von mir absolvierte Fortbildungen und meine Erfahrungen damit in loser Reihenfolge vor.

Career Service der RUB: PR und Öffentlichkeitsarbeit

In Teil 6 der Serie „Fortbildung im Studium“ widme ich mich dem Seminar „PR und Öffentlichkeitsarbeit“ am Career Service der RUB. Das Seminar unter Leitung von Christoph Wanko, Pressesprecher der Uniklinik Köln und ehemaliger Journalist, findet in der Regel im Sommersemester im Rahmen des „Praxisprogramms Wirtschaft“ statt.

Welcher Verband, welches Unternehmen, welche Organisation will nicht in die Medien? Schließlich wollen Produkte und Appelle an den Mann bzw. die Frau gebracht werden. Doch wie komme ich da rein?

An vier Tagen nimmt Christoph Wanko die Teilnehmer mit in die Welt der PR / Öffentlichkeitsarbeit und führt in alle Teilbereiche fundiert ein:

  • Raum der Öffentlichkeit und PR-Konzepte
  • Auswahl, Aufbereitung, Setting und Verteilung von Themen
  • Klassische Instrumente der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Pressetexte + Pressekonferenz)
  • Direkte Medien der PR (Flyer, Poster, Imagebroschüren, Giveaways)
  • Moderne Instrumente der PR (Online Relations / Internet PR)
  • Mediale Anforderungen (O-Ton, Statement, Pressefoto)
  • Berufsfeld Public Relations

Er eröffnet mit kenntnisreichen Anekdoten sowohl aus dem Pressesprecher- als auch seinem (früheren) Journalistenalltag den TeilnehmerInnen den Weg zu einer in sich stimmigen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Mit zahlreichen „echten“ Pressemitteilungen schafft er es, die TeilnehmerInnen zu fangen: so durften immer wieder reale Pressemitteilungen anhand der erlernten Kriterien überarbeitet werden.

Empfehlen kann ich das Seminar allen, die entweder bereits im Bereich PR und Öffentlichkeitsarbeit neben dem Studium unterwegs sind oder die einen beruflichen Einstieg in diesem Feld planen.

Hinweis zum Praxisprogramm Wirtschaft

Das Praxisprogramm Wirtschaft kann nach Absolvierung aller Bestandteile mit einem Gesamtzertifikat (IHK und RUB) abgeschlossen werden. Einzelne Angebote können auch genutzt werden, wenn das Gesamtzertifikat nicht angestrebt wird.

Das Seminar kann von jedem Studierenden sowie RUB Alumni bis ein Jahr nach der Exmatrikulation gegen eine Teilnahmegebühr besucht werden.

Ein Besuch im Internationalen Zeitungsmuseum Aachen

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Eingang Internationales Zeitungsmuseum AachenIm Rahmen des Non-Profit-Camps war ich im Internationalen Zeitungsmuseum in Aachen. Anders als der Name vermuten lässt ist dies jedoch viel mehr: ein Medienmuseum.

Zwar wird immer noch – ganz in der Tradition des Gründers – eine große Zeitungssammlung gepflegt und ausgebaut. Das Museum stellt aber nicht nur auf die Geschichte der Zeitung ab. Vielmehr werden hier verschiedene Pfade eingeschlagen:

Die Entstehung der Massenmedien

Unter der Überschrift „Geschichte der Massenmedien“ wird ein Rundumschlag vom Druck über das Radio, den Fernseher bis zum Internet gemacht.

Natürlich werden hier Schätzchen der Zeitungssammlung wie eine Ausgabe des „J’accuse“ von Émile Zola im Rahmen der Dreyfus-Affäre gezeigt. Angereichert wird die Mediengeschichte sehr interaktiv mit einem Hörspiel über die Radiogeschichte oder einem Kurzfilm zur Geschichte des Fernsehens. Die interaktive Weltkarte mit Zeitungsbeispielen ermöglicht einen Einblick in die Vielfalt dieses Mediums weltweit.

Die Schrift: Es gab und gibt nicht immer die selbe

Plastische Wand mit SchrifftypenNatürlich wird in einem Zeitungsmuseum aber auch auf „Die Geschichte der Schrift“ eingegangen. Mit einer plastischen Wand werden unterschiedliche Schriften und Schrifttypen präsentiert:

Was darf in den Medien wie berichtet werden?

Inhalt PressekodexDas regelt in Deutschland der Pressekodex – „Eine Zensur findet nicht statt“, sagt Artikel 5 des Grundgesetzes. Das ist aber leider nicht überall so: Immer noch erleiden Reporter Repressalien bzw. sterben, weil sie berichten.

Fazit

Das Internationale Zeitungsmuseum lädt ein, die Geschichte der Medien zu entdecken. Aber noch viel mehr: auch auf Gegenwart und Zukunft wird geblickt.

Leider war die eine Stunde Zeit, die wir hatten, viel zu wenig: Ich werde also wiederkommen, denn es hat Lust auf mehr gemacht.

Non-Profit-Camp in Aachen: Eine Reise wert!

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Logo Non-Profit-CampThemen-Barcamps werden immer häufiger: so war ich am 30./31. Januar beim ersten Non-Profit-Camp in Aachen (zugleich auch meine erste Unkonferenz). Und die Planungsgruppe rund um Social Media Aachen und missio (die die Räumlichkeiten stellten) konnte mit über 100 Teilnehmern ein breites Spektrum erreichen.

Moderne Kommunikationstechnologien, Online-Plattformen und soziale Netzwerke eröffnen auch Non-Profit-Organisationen neue Perspektiven. Ob Fundraising, Marketing oder Management – die digitale Revolution in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur verändert die Anforderungen an den Non-Profit-Bereich.

Zuviele Sessionvorschläge gibt es nicht!

Nach dem Get-together am Freitag, ging es am Samstag an die Fakten: In zahlreichen Workshops von Social Return on Investment über das Google eigene Förderprogramm für Non-Profits bis hin zu Online-Fundraising (betterplace.org) und Wissenstransfer (opentransfer.de) konnte jeder das passende für sich finden.

Und es gab sogar so viele Themenblöcke, dass spontan die Eingangshalle als Session-Raum mitgenutzt wurde!

Was ich aus den Sessions mitgenommen habe? – Sieht man am besten an meinen Tweets währenddessen:

Online-Fundraising

Wissenstransfer – auch außerhalb des Verbandes

Und vergessen wir nie: Die rechtlichen Fallstricke im deutschen Medienrecht

Die Generation Y und das Ehrenamt

Fazit

Es hat Spaß gemacht! Der offene Austausch weit über den eigenen Verband und auch weit über das eigene Themengebiet hinaus war intensiv. Ich bin mit vielen neuen Ideen und Kontakten nach Hause gefahren.

Ich kann jedem, der im Non-Profit-Bereich tätig ist, nur raten, nach solchen verbandsübergreifenden Veranstaltungen ausschauzuhalten: Wir haben alle ähnliche Probleme und zusammen viel mehr Ideen, wie wir sie lösen können!

Einen herzlichen Dank an das Organisationsteam: Ihr habt das super organisiert! Danke auch den Sponsoren, ohne die das Non-Profit-Camp sicher in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.

Ich freue mich jetzt schon auf eine Wiederholung!

Das Organisationsteam des Non-Profit-Camps Aachen

Das Organisationsteam des Non-Profit-Camps Aachen (Foto: Mike Springob)

Blogparade Serien: The Newsroom

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Ich bin kein klassischer Serienjunkie. Aber wenn mich eine Serie fesselt, dann klebe ich am Sofa fest. Zurzeit hat mich das Serienfieber voll erwischt: diesmal mit „The Newsroom“. Wie gerufen kommt da Petra Arentzens Serien-Blogparade, an der ich mit diesem Artikel teilnehme.

Worum es in „The Newsroom“ geht

Da ich die HBO-Serie erst lange nach ihrer Erstausstrahlung entdeckt habe, hänge ich derzeit noch bei Staffel 2 auf DVD. Die dritte und letzte Staffel wird derzeit in Deutschland bei Sky Atlantic HD ausgestrahlt und ist außerdem über Amazon Instant abrufbar.

Hauptperson ist Will McAvoy: Er ist Nachrichtensprecher und Gesicht des fiktiven Kabelsendes ACN Networks. Zu Beginn der ersten Staffel verlässt sein ausführender Produzent mit den meisten Mitarbeitern die Sendung. Sein Chef stellt deshalb ohne sein Wissen Wills Ex-Freundin Mackenzie MacHale als neue ausführende Produzentin ein.

Zusammen wagen sie eine „Revolution“: Mit News Night 2.0 wollen sie weg vom üblichen Sensationsjournalismus hin zu einem investigativen Journalismus mit kritischem Nachhaken in Anlehnung an die amerikanischen Anchors aus der Blütezeit des Fernsehens. Nicht ganz einfach, diesen Anspruch zu erfüllen: Neben unerfahrenen Mitarbeitern steht ihnen auch die Chefetage der Muttergesellschaft immer wieder im Weg, die auf Quotenjagd und auf die Werbeeinnahmen angewiesen ist.

Mehr wird hier nicht verraten – ihr wollt ja genauso gespannt mitfiebern!

Harte Fakten zu „The Newsroom“

Produktionsland: USA
Produktionsunternehmen: HBO
Produktionsjahr: 2011-2014
Episoden: 25 in 3 Staffeln
Genre: Drama
Idee: Oscarpreisträger Aaron Sorkin
Offizielle Website

Warum hat mich „The Newsroom“ so gefesselt?

Meine Hauptfrage und etwas, was mich bei der Serie hat bleiben lassen: Wie geht eine Produktion eines Kabelnetzwerkes (HBO) quasi mit ihrem Auftraggeber reflektierend um? Ein weiterer Spannungfaktor: Die Serie bindet immer wieder reale Nachrichten, wie z.B. Osama bin-Ladens Tod, den arabischen Frühling, das Deepwater Horizon-Unglück oder die Präsidentschaftswahl, in ihre Handlung ein. Immer aus Sicht der fiktiven Redaktion: Interessant, den Vergleich zwischen dem fiktiven Umgang von News Night und der realen Berichterstattung zu ziehen.

Wie gebannt fiebere ich mit den Protagonisten, wenn sie sich wieder mit kritischen Fragen unbeliebt machen – Die bange Frage: Halten sie ihre unbequeme Art durch?

Ich würde mir jedenfalls manchmal mehr News Night in der Realität wünschen …